Was wir wollen

Was bildet ihr uns ein? e.V. kritisiert das Bildungssystem auf vielfältige Weisen. Im Zentrum stehen dabei vier Defizite, die wir im deutschen Bildungswesen sehen. Unter diesen haben wir aufgeschlüsselt, was wir kritisieren, was wir uns wünschen und wie wir daran arbeiten, das auch zu erreichen. 

Gerechtigkeitsdefizit

Das deutsche Bildungssystem ist ungerecht. Dort treffen Unterschiede aufeinander: Menschen haben unterschiedliche Ausgangsbedingungen, werden von zuhause aus unterschiedlich unterstützt. Verschiedene soziale Hintergründe treffen in Bildungseinrichtungen aufeinander. Lehrbuchwissen gegenüber emotionaler und sozialer Intelligenz bevorzugt. Das deutsche Bildungssystem schafft es nicht ausreichend, mit Vielfalt konstruktiv umzugehen.

Jeder Mensch ist anders. Das ist gut so. Unser Bildungssystem muss gerechter werden und lernen, mit Unterschieden konstruktiv umzugehen. Herkunft darf Bildung nicht beeinträchtigen. Das System muss – z.B. durch individuelle Förderung – jedem Menschen die Angebote machen, die seine Bildung und Entwicklung auf bestmögliche Weise unterstützen. Wir müssen hin zu einem Verständnis kommen, dass wir nicht Klassen, Gruppen oder Jahrgänge unterrichten, sondern Individuen mit unterschiedlichen Ausgangsbedingungen, Neigungen und Ressourcen. Jeder Mensch hat Stärken, die wertvoll sind. Eine höhere Wertschätzung von Vielfalt, sprachlich, kulturell, sexuell und lebensstilmäßig, gehört ebenso dazu wie die Möglichkeit, lebenslang zu lernen und sich weiterzubilden. Das Bildungssystem muss es dabei ermöglichen, dass Menschen sich in ihrer Umwelt und ihrem Leben zurechtfinden und sich selbst verwirklichen können. Es ist ein Raum, um Talente zu stärken, keiner, der auf ein bestimmtes Menschenbild und bestimmte Wissensformen abrichtet. Besonders wichtig ist es dabei, allen gleiche Startchancen zu ermöglichen. Gerecht ist ein Bildungssystem, das jede Person anspricht.

Eine Stimme für junge Menschen. Bildungsgerechtigkeit muss stärker zum Thema werden in Deutschland. Seit Jahren bescheinigen Studien dem Bildungssystem immer wieder massive Ungerechtigkeiten, doch getan wird wenig. Wir thematisieren Gerechtigkeit auf unserem Jungen Bildungsblog, auf unseren Veranstaltungen und in Publikationen – damit alle jungen Menschen eine Chance auf gute Bildung bekommen.

Leistungsdefizit

Teuer und ineffizient. Das deutsche Bildungssystem kostet viele Milliarden, schafft es aber gleichzeitig nicht, grundlegende Kompetenzen, etwa in Mathematik oder Lesen, zu vermitteln. Das zeigen Bildungsuntersuchungen wie PISA und PIACC immer wieder. 18,5% der deutschen Bevölkerung können nicht richtig lesen und schreiben. Sie sind funktionale Analphabet_innen. Etwa 300.000 Menschen befinden sich im sog. Übergangssystem zwischen Schule und Berufsausbildung. Nicht nur, aber vor allem für diese Menschen besteht die Gefahr des Ausschlusses aus Beruf und Gesellschaft.

Leistung neu denken. Wir wollen ein Bildungssystem, das allen Menschen die Kompetenzen vermittelt, die sie zum Leben benötigen. Mehr noch: Das Bildungssystem muss auf jede_n individuell eingehen und ihm und ihr Möglichkeiten bieten, neben Grundkompetenzen auch herauszufinden, was er oder sie möchte – und ihm Mittel an die Hand geben, das auch zu erreichen. Mehr Ressourcen, etwa für individuellere Förderung, für bessere Betreuungsschlüssel, für bessere Aus- und Weiterbildung und mehr pädagogisches Personal sind nur einige Möglichkeiten, dies zu erreichen. Das Bildungssystem muss ermöglichen, nicht behindern. Und es darf dabei niemanden zurücklassen.

Innovationsdefizit

Träge Bildung. Das deutsche Bildungssystem ist starr und wenig innovativ. Obwohl spätestens seit PISA 2001 bekannt ist, dass etwa das Schulsystem zu wenig leistet, gibt es nur Reförmchen. Erkenntnisse aus den Bildungswissenschaften werden nur langsam umgesetzt. Es gibt Innovationen, aber zu wenige. Größere Umbrüche, etwa die Zusammenlegung aller Schulformen oder die Abschaffung von Noten, scheitern an fehlender Veränderungsbereitschaft. Das deutsche Bildungssystem ist träge.

Innovation von unten. Wir wollen ein Bildungssystem, das offen ist für stetigen Wandel – vor allem in den Bildungseinrichtungen selbst. Von hier können die Impulse kommen, sie müssen gehört und möglich gemacht werden. Wir wollen auch eine andere Kultur des Miteinander: Innovation darf nicht nur von oben kommen. Ein besonderes Gewicht bei Innovationsprozessen muss den Bildungsbetroffenen zukommen. Sie einzubeziehen und ernstzunehmen macht das Bildungssystem als Ganzes innovativer.

Anstoß von jungen Menschen. In unseren Veranstaltungen, etwa dem Jungen Bildungskongress, fragen wir junge Menschen, wie sie sich die Zukunft ihrer Bildung vorstellen. Wir bringen sie mit Bildungsentscheider_innen zusammen und verfassen aus einigen ihrer prominentesten Forderungen Positionspapiere. Auf unserem Jungen Bildungsblog  gibt es jede Woche eine neue, junge Perspektive auf Aspekte von Bildung im In- und Ausland. Außerdem publizieren wir in verschiedenen Medien, um innovative Bildungsideen einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Mit unserem Filmprojekt zeigen wir, wie Menschen ihre Bildung gestalten – und machen ihre Ideen zugänglich. Wir wollen so Diskussionen über die Gestaltung von Bildung anstoßen, an denen sich möglichst viele Menschen beteiligen sollen.

Beteiligungsdefizitdefizit

Bildungspolitik von oben. Junge Menschen werden kaum eingebunden in politische Entscheidungen und wenn, dann nicht auf Augenhöhe. Entscheidungen werden stattdessen von Menschen getroffen, die wenig Einblick in die alltägliche Realität derer haben, die direkt betroffen sind.

Beteiligung auf allen Ebenen. Wir wollen Aufmerksamkeit schaffen für Probleme und Änderungswünsche aus der Wahrnehmung junger Menschen. Wir haben das Recht auf Beteiligung und Mitgestaltung auf allen Ebenen der Bildungspolitik. Die oft vernachlässigte junge Perspektive auf das Bildungssystem soll Einfluss auf die Diskussion über Bildungsgerechtigkeit in Deutschland erhalten. Was in den Augen von Bildungsbetroffenen gut oder eben nicht gut läuft, sieht aus den Augen von Politiker_innen anders aus. Deshalb sollten sie als Expert_innen ihrer Selbst und ihres Alltags mitentscheiden, wie gerechte Bildung aussehen soll.

Demokratie leben. Demokratie lebt davon, dass unterschiedliche Personengruppen einbezogen werden und sich über ihre Haltungen und Positionen austauschen. Die Problemwahrnehmung junger Bildungsbetroffene und ihre Lösungsideen müssen ernst genommen werden. Möglichkeiten der Mitgestaltung müssen jungen Menschen ermöglicht werden, damit sie sich einbringen und Verantwortung übernehmen können. Das stärkt die Grundlagen unserer Demokratie, ihren gesellschaftlichen Zusammenhalt und verbessert nachhaltig das Bildungssystem. Auf unserem Jungen Bildungskongress und unsere Veranstaltungen fragen wir Bildungsbetroffene nach ihren Vorstellungen und Wünschen. In unserem Filmprojekt können sie selbst ihren Bildungsalltag zeigen und über gute Bildung nachdenken.

 

18 Kommentare

  1. Christel Hartkamp
    Okt 08, 2012 @ 10:54:07

    I am impressed with the amount of activity that takes place in germany to think about changing (revolutionize) the educational system. In the Netherlands, people are so tame, there is hardly anything happening here. We have a Sudbury school for 5 years now, 5 years of fighting against the govenment who wants to restrict our way of pedagogy. As it now appears (after the verdict by the Council of State) the Netherlands has a state pedagogy – there is only one type of pedagogy defined by the govenment possible. Parents from our schools are facing criminal prosecution. End of november the first parents will go to court. I just want to let you know how well „change“ is accepted in the Netherlands. Good luck with your activities and hopefully, in the end, education can be revolutionized!

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  2. egal
    Okt 11, 2012 @ 14:22:48

    Eure Kritik am deutschen Bildungssystem ist ,bei aller Berechtigung, immer noch sehr lasch und bleibt in ihrer abgetrennten Sphäre stecken. Wenn ihr euch mit den Studentenbewegungen der 60er jahre auseinandersetzt werdet ihr dort viele eurer Kritikpunkte eins-zu-eins wiederfinden. Aber selbst damals gab es bereits den Versuch Bildung und Wissenschaft mit Gesellschaft/Politik/Ökonomie/Kultur/Psyche ins Verhältnis zu setzen und dementsprechend eine Kritik zu formulieren, dass vermisse ich bei euch. Gerade die Phraseologie der Demokratisierung und der gleichberechtigten Anerkennung greift viel zu kurz und nervt gewaltig. Ihr könntet einmal über den Zweck der heutigen Bildung nachdenken anstatt euch nur darüber zu beschweren, dass nicht alle gleich viel vom faulen Bildungskuchen abbekommen. Die Situationisten waren dem gegenüber bereits in den 50er Jahren zu der Erkenntnis gekommen, dass die Universität/ das Studium nur der Vorbereitungsritus für die elende und entfremdende Arbeit ist und das die Bildunginstitutionen, die Orte sind, an denen die herrschende Dummheit und das Unwissen verwaltet und organisiert wird. Daran hat sich leider nicht viel geändert.

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    • Schule ist schlecht für dich
      Jan 21, 2016 @ 01:03:49

      Absolut auf den Punkt gebracht! Man muss den Begriff „Bildung“ wörtlich nehmen und das Ziel welches damit verfolgt wird kritisch beleuchten. Und vor Allem eine neutrale, holistische Sicht auf die Zusammenhänge von Schule und gesellschaftlicher Entwicklung bekommen. Dann wird einem klar warum unsere Gesellschaft stetig bekloppter wird. Und solange wir unsere Kinder in Schulen schicken die sie auf kapitalistisches Denken trainieren, bleibt unsere verbildete Gesellschaft auf direktem Kurs in Richtung Wand….. und der Crash lässt nicht mehr lange auf sich warten… wieder mal ( Stichwort: exponentielles Wachstum. Unser Wirtschaftssystem führt unweigerlich dazu, dass früher oder später alles Geld der Welt in den Händen einer Person landet… wenn man es nicht vorher crashen lässt um ein wenig zurückzuspulen )

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  3. Pedder die Wurst
    Nov 17, 2014 @ 10:27:07

    Moin ich finde die Kritik nicht schlecht …. eine kritische Auseinandersetzung mit dem Schulsystem sollte viel öfter passieren

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  4. Redefining the meaning of “schools” (A perspective of a pupil at the verge of huge disappointment in the school systems around the world) | Mari and Writing
    Mai 04, 2015 @ 15:50:43

    […] We are not equal at birth. Social status aside, some of us are born with a body part or two missing or extra. Some of us have incurable diseases. Some of us have a higher IQ than others. Some are more artistic and some more pragmatic. Some can do everything well but nothing perfect in particular, while some can do only one thing better than the rest of us. If you had to think of a way to put all of these groups of people together and present them with only one way of lecturing on a subject, you’re bound to get different results, sometimes successful and other times misleading. Wouldn’t it be better to teach each and everyone of these children in their own pace? Nobody should be left behind or pushed to their uncomfortable limits, just because a teacher needs his value-added analysis to result in good numbers (USA – Source: Last Week Tonight with John Oliver, Standardized Testing) or if the person or his/her family comes from a foreign country (GERMANY – Source: Was bildet ihr uns ein, Was wir wollen). […]

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  5. Beginnt die Bildungsrevolution mit einem Workshop? Eindrücke vom Jungen Bildungskongress 2015 | Gl*tzerstraße
    Jun 07, 2015 @ 20:55:38

    […] Buches, das mir vor circa zwei Jahren zum ersten Mal in die Hände fiel. Es ist ein Sammelband, der kritische Stimmen aus den unterschiedlichsten Ecken aufnimmt und miteinander vereint. Daraus ergibt sich eine […]

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  6. victoria bock
    Nov 03, 2015 @ 10:44:01

    hi Leute

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  7. Dardniwym
    Feb 17, 2016 @ 12:38:27

    Die Kritik am deutschen Bildungssystem ist berechtigt.
    Nirgendwo sonst wird aber soviel Aufwand zur Bildungsreform angewendet als in Deutschland (meine subjektive Meinung).

    Dass jedes Bundesland in Sachen Schule seine eigene Suppe kocht, ist verständlich. Wie Christel sagte, gibt es auch Nationen, wo die Behörden wesentlich dickköpfiger sind.

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  8. Carsten Rauhut
    Mrz 07, 2016 @ 17:41:29

    Gleiche Bildungschancen für jeden jungen Bürger zu ermöglichen ist ein heres Ziel, dem fast unendlich viele Hürden im Weg stehen. Nur eine Bildungsrevolution kann das ändern.
    Größtes Hindernis ist der Deutsche Bildungsföderalismus. Er verhindert grundsätzlich die Chancengleichheit in GER. Daher meine Forderungen: Bundesweit einheitliche Lehrpläne die selbstverständlich entstaubt und der globalisierten Welt angepasst werden müssen.
    Vorbereitung und Schulung der Lehrkräfte auf neue Strukturen.
    Praktische und experimentelle Inhalte verstärkt in der Unterichtsform des Begreifens anwenden.
    Nie vergessen, dass eine Wissensgesellschaft nicht nur aus Akademikern besteht.
    Es wird immer der Bedarf an Handwerkern bestehen, den es ebenfalls zu decken gilt.
    Also bitte Chancengleichheit nicht mit Gleichschaltung verwechseln.

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  9. dominique blickenstorfer
    Jul 04, 2016 @ 10:40:10

    Sehr geehrte Damen und Herren!

    Als bildungsmässig sehr interessierter Laie vermute ich, dass die Rückständigkeit des deutschen und schweizerischen Bildungssystems auf folgendem beruht: Dem im 19.Jahrhundert entstandenen und bis heute anhaltenden Kulturkampf zwischen folgenden Kräften: Einesteils den Bildungsliberalisten wie Wilhelm von Humboldt, Jean Jacques Rousseau, Pestalozzi und Johann Gottlob Fichte und Ihrer Ansicht, Begabungen und Interessen der Schülerinnen sollen durch diskursive Auseinandersetzung mit Themen wie Fremdsprachen usw. gewonnen werden. Sowie dem entsprechenden Uebereinstimmungs-Vergleich zwischen verschiedenen Dingen (z.B. Blätter verschiedener Form mit dem gemeinsamen Merkmal grüne Farbe). Und andernteils dem Wiederaufleben der Bildungshumanisten aus dem 15.Jahrhundert, welche zum stufenweisen Aufbau von Wissen (Wiederholen-nächster Lernschritt) zurückkehren wollten. Welche Möglichkeiten bestehen heute, um zum erwähnten Bildungsliberalismus von Humboldt, Herder, Pestalozzi etc. zurückzukommen?

    Mit freundlichen Grüssen

    D.Blickenstorfer

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  10. Keine Anerkennung – Nikki schreibt:
    Dez 14, 2016 @ 09:10:35

    […]  Kritik am Bildungssystem ein paar gute Vorschläge […]

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  11. Sturm
    Jan 16, 2017 @ 02:32:04

    Was bringen all diese ausgiebige Wörter über Mangel in unserer Bildung, wenn die Kinder schon von Anfang an total unterfordert sind?? Kein Kind heute zu Tage muss wirklich schreiben – es wird doch fast alles nur angekreuzt. Dabei schreiben fördert die Motorik. Aber nein, besser viel Gelder ausgeben für Ergotherapie. Niemand mehr muss Gedicht lernen – und wir wundern uns warum bei Deutschen im Fach deutsche Sprache so viele Defizite gibt.
    Kaum einer aus der KiGa kann die Monaten oder Wochentage benennen, mansche sogar mit Jahreszeiten sind nicht so anvertraut!
    Solche Sachen gehören doch zum Grundausstattung des kleines Volkes. Ich brauche keine Basteleien von Erzieherin, ich möchte, dass mein Kind sich mit Monaten auskennt und verständlich erzählen kann wie sein Tag so gewesen ist. Aber gerade das ist schon Chaotisch.
    Und gleichzeitig sind schon die Erstklässler mit Verlangen an Selbstständigen lernen und selbst Organisation überfordert. Arme Kinder. Organisation und Ordnung ist doch nicht angeboren!
    Unerklärbare Papierkram, einzelne Kopien im Ranzen fliegen herum. Unzählige Schnellhefter neben Hefte …Wofür? Sind die Bücher so schlecht, dass man Lernmaterial ständig auf Papierchen kopieren muss??? Dann schreibt ein normales Buch!
    Die Grundschule bringt den Kindern gar nicht bei WIE man lernen soll!!! So fängt der Weg des Leidens…

    Hallo! Bildungsministerium!! Versteht endlich, Kinder MÜSSEN sehr viel schreiben, damit sie sich an spätere Arbeit mit Texten gewöhnen. Und müssen Gedichte lernen um Freude an Sprache zu entwickeln. Und in jedem Schulart MÜSSEN von Grundschule an deutsche Klassiker unterrichtet und analysiert werden. Auch Hauptschüler haben Recht zu wissen was Goethe geschrieben hat!

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  12. CF
    Feb 05, 2017 @ 09:44:45

    Ja stürmischer Sturm, so ist es. Aber leider hat das ganze ja System.
    Der Sockel soll ja dumm und regierbar bleiben und das ganze finanzieren
    wir noch.
    S E U F Z

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  13. Lukas
    Feb 05, 2017 @ 14:14:45

    Hallo Sturm,
    unklar bleibt bei Ihrem Kommentar, warum das Werk Goethes in der Grundschule gelehrt werden sollte und warum diese Lektüre für Kinder und Jugendliche so wichtig ist. Ist es nicht vielleicht besser, die Kinder und Jugendliche für Sprache zu interessieren, indem man ihnen einen eigenen Zugang dazu ermöglicht?
    Ich kann mir gut vorstellen, dass Goethe für alle eher dazu führt, dass das Gegenteil eintrifft: Die Mehrheit wird keinen Bock mehr haben, sich tiefer mit Sprache zu beschäftigen. Nur weil Sie das wichtig finden, heißt das nicht unbedingt, dass das auch (für alle Kinder und Jugendliche) richtig ist.
    Dass Kinder und Jugendliche möglichst früh sich selbständig organisieren und selbständig lernen sollten, ist wichtig. Das wird aber nich dadurch erreicht, dass sie Stoff erlernen, der ihrer Lebenswelt derart fremd ist. Das geht nur, indem sie sich ausprobieren können, Fehler gemacht werden dürfen etc. Deutsche Klassiker sind bestimmt wichtig, aber nicht die Voraussetzung dafür, dass Kinder und Jugendliche die von Ihnen eingeforderten Fähigkeiten erlernen.

    und zu CF: Dass das Bildungssystem steuerfinanziert ist, ist doch gut – oder was meinen Sie? Eine sinnvolle Alternative dazu ist mir nicht bekannt.

    Viele Grüße,
    Lukas

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    • Sturm
      Feb 23, 2017 @ 00:46:52

      Hallo Lucas,
      ich erlaube mir Ihnen erst mit einer Frage zu antworten: Wie kann man etwas lieben lernen, was man nicht kennt? Woran erkennt man die Wichtigkeit, wenn keiner spricht davon ?? Es geht nicht darum ob die Inhalte der klassischer Literatur zu der heutige Realität passen, sondern um Liebe, Verzweiflung, Hass, Groll, Rache, Gerechtigkeit, Demütigung, Verzückung, Wut u s.w.. Die Klassiker haben deutsche Sprache „gefühlt“, die Texte beschreiben nicht nur der Handlung, sondern die Bezüge, seelische Veränderungen der Personen. Sowas kann man nur mit Wörter beschreiben, die heute zu Tage kaum einer nutzt, weil es nirgendwo mehr zu hören gibt! So verlieren wir die Sprache und damit die deutsche Kultur. Im Rausch der Vereinfachungen wird unsere Nation einfach dummer. Ich hoffe Sie können es nachvollziehen.
      Was können Sie zur eigenen Zugang in der Sprache zählen, wenn ich fragen darf? Mikki Maus Werke aus dem Fernseher oder Serien wie Gute Zeiten – Schlechte Zeiten? DSDS in etwa? ))
      Oder meinen Sie die Broschüren wie „Hau ab, du Flasche!“ von vorigen Schuljahr können den Kindern die komplexe Feinheiten des menschlichen Emotionen beibringen??? Fehlanzeige… Daran kann man nur lernen was man nicht machen darf und die böse Folgen. Aber lernt man gar nicht was man sonst im Leben machen kann, wie wäre es richtig. Durch gute Literatur erfährt man über sich selber und über eigene Gefühle interessante Sachen. Dieses Wissen über sich selbst dann verarbeitet und zu Realität anpasst. Ohne diese Selbsterkenntnis werden wir zur Roboter, die wissen nur was gut und was schlecht ist, schwarz-weiß.
      Habe viel geschrieben, aber interessant ist was Sie dazu sagen.
      Jetzt zu Mehrheit, die kein Bock hat. Selbstverständlich kann man in der Grundschule „Der Prozess“ von Kafka nicht unterrichten. Dafür aber deutsche Klassiker finden, die speziell für die Kinder geschrieben haben. Über Natur, über Heldentäter oder über erste Liebe… Auf dieser Stelle fällt mir leider kein Schriftsteller ein, weil ich nicht deutsche bin.
      Schon die Erstklässler sind fähig die einfache Texte und alters entsprechende Handlungen zu verstehen und beurteilen. Warum hat diese literarische Person so gehandelt, was hat das verursacht, wie würde ich auf seiner Stelle agieren. Daraus entsteht später Interesse auch zu Goethe, Schiller und weitere.
      Was passiert heute? Kinder lernen nur Grammatik und Beispiele, höchstens eine kindgerechte Detektiv. Zwar interessant, aber was für die Fragen werden nach dem lesen gestellt? Welche Pullover Farbe trug der Hauptdarsteller? Und unterstreichen sie die Verben, wa? Nix von Emotionen, von Verstehen und mitfühlen ..
      Später, auf einmal von heiterem Himmel bekommt man (als Gymnasiast wohl) die Text Analyse Aufgabe von Shakespeare. Sehr schweres Werk. Kann ich gut verstehen, warum man danach kein Bock auf Klassiker hat!
      P.S. Erstaunlich ist noch was. Eine unentbehrliche Sache – Sexualunterricht! Kinder wissen gut was Sex ist (wofür ausgerechnet in 4.Klasse ist ein Rätsel). Aber wo bleibt die Liebe??

      Viele Grüße zurück
      Diana Sturm

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      • Inmarei
        Mrz 23, 2017 @ 17:17:28

        O, wie wohl geht es mir, wenn ich die Beiträge von Diana Sturm lese, ich stimme zu, die Verwirklichung der erwähnten Defizite sind sie die Basis einer besseren Bildung der Kinder und Jugendlichen, denn: was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr. Der Weg, dem Dilemma einer fehlenden Bildung zu entkommen, ist den Fokus der Lehrenden auf das kognitive Lernen der Kindern und Jugendlichen zu richten, um sie zu allseits gebildeten Erwachsenen zu erziehen. Es sollte eine breite Wissensbasis vermittelt werden, Paus der die Erwachsen gewordenen später wählen können, um sich im Beruf zu spezifizieren oder ein Hobbie zu betreiben, das Interesse wurde geweckt in einem der Zeit entsprechendem Unterricht. Durch eine vermittelte Vielfalt können sie wählen. Ist es vielleicht die Form der Vermittlung, die verändert werden müsste? Könnte man das Interesse der Kinder wecken und mit digitaler Unterrichtung kombinieren, wäre doch schon eine Übereinstimmung mit den Kids vorhanden und man hätte Zugang. Notwendig sind allerdings homogene kleinere Klassen, dafür muss ! Geld da sein.
        Unsere Gesellschaft wird durch breitere Wissensbasis mehr gegenseitiges Verständnis füreinander haben und nicht mehr, wie heutzutage, aus Wesen mit Eigeninteresse bestehen
        Ich bin erschrocken, wie einseitig meine Enkel in der Schule erzogen sind, sich viel spezielles Wissen durch Wählen von Kursen aneignen konnten, denen es aber unmöglich ist, z.B. im Alter von 18 Jahren Handgeschriebenes zu verfassen. Danke fürs Lesen, ich musste das einfach loswerden, bin zufällig auf diese Seiten gestoßen.

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  14. Wie gut ist unser Schulsystem? – kritikerundco – Systemkritik und co
    Feb 27, 2017 @ 13:35:19

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  15. Inmarei
    Mrz 23, 2017 @ 20:50:50

    Korrektur: es sollte eine breite Wissensbasis vermittelt werden, aus der die Erwachsengewordenen später wählen können, um sich ……

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