Neuigkeiten aus dem Verein

Liebe Bildungsinteressierte,

das Jahr 2016 geht zuende und zeigt noch einmal in drei Studien – Bildungsbericht 2016, TIMMS- und PISA-Studie – dass es um die Chancengerechtigkeit in Deutschlands Bildung nach wie vor nicht gut bestellt ist. Dass Bildungsexpert_innen das seit über zehn Jahren sagen, hat wenig genützt. Auch wir von Was bildet ihr uns ein? setzen uns für mehr Chancengerechtigkeit im Bildungssystem ein – und finden diese Arbeit wichtiger denn je. Nur gleiche Chancen für alle schaffen gesellschaftlichen Zusammenhalt, Bildung ist eine Komponente, die gegen Populismus und Diskriminierung vorbeugen hilft.

Die taz zur PISA-Studie

Deshalb gehen wir im nächsten Jahr dorthin, wo Schüler_innen und Schüler sind: In Schulen und Jugendzentren sprechen wir mit ihnen über ihre Mitwirkungsmöglichkeiten in der Schule, über ihre Rechte, aber auch ihre Pflichten. Viel wichtiger aber: Wir fragen sie, wie sie sich Bildung vorstellen und geben ihnen ein paar Tipps, wie sie das umsetzen können. Denn neben fehlender Chancengerechtigkeit finden wir auch, dass junge Menschen noch immer viel zu wenig gehört werden, wenn es um Bildungsfragen geht. Das geht nicht, denn sie sind auch Expert_innen ihres Alltags, vielleicht vor dem Hintergrund antidemokratischer Tendenzen aber noch wichtiger: Nur durch Ausprobieren lernen junge Menschen Demokratie – mit all ihren Stolperfallen, aber auch dem Spaß, den gemeinsames Schaffen machen kann. Dazu wollen wir im Kleinen beitragen.

Wir freuen uns natürlich, wenn ihr unsere Arbeit auch im Jahr 2017 weiter unterstützt. Neben ideeller Unterstützung, dem teilen und kommentieren unserer Artikel, Einladungen uvm. Freuen wir uns ebenfalls über finanzielle Unterstützung. Wenn vom Weihnachtsgeld also etwas übrig bleibt, ist hier unsere Kontoverbindung:

IBAN DE64 4306 0967 1172 7512 00
BIC GENODEM1GLS

In diesem Sinne: Einen schönen Advent, frohe Weihnachten, und einen guten Start in ein hoffentlich erfolgreiches Jahr 2017. Bleibt uns gewogen!

Das Team von Was bildet ihr uns ein? e.V.

Weitere Neuigkeiten

Blog: über 200.000 Klicks

Letzte Woche war es so weit, der Maschinenraum unseres Blogs vermeldete: Wir haben die 200.000 Klicks überschritten. Dafür möchten wir euch sehr danken!

Andere Seiten schaffen so eine Zahl an einem Tag. Aber die benutzen auch reißerische Überschriften und haben oft fraglichen Inhalt. Wir versuchen die unterschiedlichen Blickwinkel auf das Bildungssystem aus einer jungen Sicht auszuleuchten. Viele unserer Artikel werden auch noch aufgerufen, wenn ihre Veröffentlichung Jahre zurückliegt. Wie so oft bei Bildungsfragen, verjähren Kritiken nicht und werden Ratschläge weiterhin gebraucht.

Wbiue goes Bundestag

Am 30.11.2016 hat Was bildet ihr uns ein? dem Bundestag einen Besuch erstattet. Auf Einladung der Linksfraktion waren wir als Sachverständige bei der Anhörung zum Thema „Bildung in Deutschland“ des Bildungsausschusses. Dort hat Susanne unsere Stellungnahme zum Bildungsbericht 2016 vorgestellt und gegen die Fragen der anderen Ausschussmitglieder verteidigt. Wir haben vor allem stark gemacht, dass in der Bildungsberichterstattung, wie in der Bildungspolitik insgesamt, Bildungsbetroffenen zu wenig berücksichtigt werden. Unsere Forderung ist, einen nationalen Bildungsrat zu gründen, in dem auch junge Menschen vertreten sind.

Unsere Stellungnahme

Zukunftswerkstatt an der Filmuniverstität KONRAD WOLF

Auf Einladung des Alumnivereins der Filmuniversität Konrad Wolf in Potsdam haben wir für die Verwaltung, das akademische Personal und natürlich für die Studierenden eine Zukunftswerkstatt angeboten. Das Ziel war es, Wege zu finden, wie gemeinsam die Probleme, die es dort gibt, zu beheben. Die von uns schon oft erprobte Methode hat wieder sehr gut funktioniert. Trotz der Statushierarchien und Wissensunterschiede konnten alle Teilnehmenden sich auf Augenhöhe austauschen und gemeinsam Ideen entwickeln, wie Probleme gelöst werden können.

Reiche Eltern für alle?

Wie soziale Herkunft und Engagement an der Universität zusammenhängen. Workshop auf der konferenz n

Im Rahmen der konferenz n des netzwerk n haben Susanne Czaja und Lukas Daubner von Was bildet ihr uns ein? einen Workshop über die Bedingungen und Hürden für Engagement im Hochschulbereich angeboten.

Bevor die Hürden in Angriff genommen wurden, stand zunächst einmal im Vordergrund, wie oft und wie intensiv sich die Teilnehmenden eigentlich pro Woche engagieren und was dieses Engagement für sie persönlich bedeutet.

In der Diskussion über die Hürden für Engagement sind verschiedene Aspekte aufgekommen: Mangelnde Zeit (weil z.B. Geld verdient werden muss), fehlender Mut anzufangen, bzw. keine Routine darin zu haben, sich einzubringen, fehlende Informationen und das Gefühl zu haben, sowieso nichts verändern zu können oder nicht in bestimmte Gruppen zu „passen“.

Neben diesen individuellen Barrieren, wurde schnell klar, dass das Bildungssystem an sich verändert werden muss. So müssten Schülerinnen und Schüler schon früh lernen, sich zu beteiligen und sich einzubringen, damit bestehende Hürden später in der Ausbildung oder im Studium einfacher genommen werden können. Daneben wurde gefordert in Studiengängen mehr Freiräume zu schaffen, damit Studierende mehr Zeit für andere Aktivitäten bekommen: die Studierenden sollen außerdem viel stärker selber bestimmen dürfen, was sie studieren und weniger vorgefertigte Studienpläne abarbeiten.

Als konkrete Maßnahmen wurden vorgeschlagen, dass bestehende Gruppen stärker reflektieren wie sie nach außen wirken: Welche Sprache benutzen sie? Welches Wissen setzen sie voraus? Beides kann Interessierte bereits zu Beginn abschrecken. Daher sollten ehrenamtliche Gruppen Wege finden, Interessierte durch bestimmte Sprachgewohnheiten oder Wissensstände nicht abzuschrecken. Daneben können Veranstaltungen durchgeführt werden, die vielleicht für die „Sache“ selbst nicht weiterführend sind, aber Interessierten die Möglichkeit bieten, sich zu informieren, und bestehende Initiativen kennenzulernen. Ebenso sind Veranstaltungen zum Kennenlernen und Austauschen sinnvoll.

Eine wichtige Erkenntnis war außerdem, dass vieles Engagement gar nicht unmittelbar wahrgenommen wird. Wenn man sich darüber ärgert, dass viele Kommiliton_innen sich nicht für irgendwas einsetzten, liegt das eventuell auch daran, dass sie außerhalb der Uni, etwa in Sportvereinen, in der Nachbarschaft, der freiwilligen Feuerwehr oder sonst wo sich engagieren.

Netzwerk N

Termine

10.01.2017 erstes Monatstreffen von Was bildet ihr uns ein? e.V.