Filmend kennenlernen: Mix It!

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Egal wo her man kommt: Bei Mix It! lernt man sich filmend kennen. Foto: Mix It!

Am 22. Juni fand die erste Social Film Bar von unserem Videoprojekt Spot On statt. Dort wurden vier Filme zum Thema Bildung gezeigt und diskutiert. Hier stellt sich Mix It! vor und zeigt, wie durch gemeinsames filmen Integration möglich ist. Viel Spaß beim gucken und lesen. Danke an Mix It! für das Bereitstellen des Beitrags.

Unsere Gesellschaft steht mit der großen Anzahl von Geflüchteten vor enormen Herausforderungen: Wie schaffen wir es, die neu angekommenen Menschen zu integrieren? Was verbindet uns miteinander? Wo gibt es Unterschiede? Das werden wir nur herausfinden, wenn wir uns begegnen, kennenlernen, miteinander reden und uns zuhören. Denn damit beginnt Integration und die Teilhabe der geflüchteten Menschen in unserer Gesellschaft. Genau dort setzt das Projekt der Deutschen Filmakademie und des Vereins bilderbewegen an.

Im Zuge des Kommunikations- und Vernetzungsgedankens stellte sich das Projekt Mix It! mit einer Auswahl an Filmen bei der ersten Sozialen-Film Bar vor. Einige der geflüchteten und einheimischen Jugendlichen aus dem Projekt waren zu dem Event gekommen, um ihre Filme und ihre Arbeit innerhalb des Projekts zu präsentieren und in einen regen Austausch mit den anderen an diesem Abend vorgestellten Projekten zu treten.

Filmen als Methode

Mix It! fußt auf der Methode der filmpraktischen Arbeit, bei der das Miteinander im Team ein wesentlicher, wenn nicht sogar der wesentlichste Bestandteil ist. So bietet das Projekt für die beteiligten Jugendlichen im Alter zwischen 15 und 18 Jahren eine Plattform für eine Begegnung auf Augenhöhe, bei der sie gemeinsam Kurzfilme zu Themen aus ihren Lebenswelten, zu ihrer eigenen Person und zum generellen Überbegriff „Identität“ drehen.

Dazu werden sogenannte Tandems zwischen Regelklassen und Willkommensklassen und/oder zwischen Schulen und Flüchtlingseinrichtungen aus dem gleichen Bezirk bzw. der gleichen Stadt gebildet. Pro Tandem ist eine Begegnung von mindestens 30 Jugendlichen vorgesehen.Die Jugendlichen kommen im Rahmen von schulischen Projektwochen zusammen und erarbeiten unterstützt von professionellen Filmschaffenden und Medienpädagog/innen in gemischten Kleingruppen ihre eigenen Kurzfilme. Diese können verschiedene Gattungen und Genres abdecken. Von der Kurzdokumentation, über die szenische Skizze bis hin zum experimentelleren Format ist alles möglich. Einzige Vorgabe: der jeweilige Film sollte eine Länge von 5 Minuten nicht überschreiten.

Im Zuge der gemeinsamen Arbeit lernen sich die Jugendlichen ganz unmittelbar und direkt kennen – Berührungsängste werden abgebaut und es entstehen im besten Fall bleibende Kontakte. Bisher konnten drei Tandems in Berlin-Reinickendorf, Pankow und Marzahn-Hellersdorf erfolgreich durchgeführt werden. Daraus sind neun unterschiedliche Clips und drei Making-Ofs entstanden, die die Arbeit auch hinter der Kamera dokumentieren und einen guten Einblick in das Miteinander der Jugendlichen geben. Die Filme feierten im Juli unter großer Anteilnahme aller Beteiligten und vielen weiteren Interessierten ihre Premiere im Kino. Es war für alle ein besonderes Highlight und ein gemeinschaftliches und prägendes Erlebnis.

Nun sind die Filme auf dem Mix It! – Youtube-Channel verfügbar.

Als schönes Beispiel zeigen wir hier den Clip „Let’s think about love“:

Mix It! wächst

Derzeit wächst Mix It! über die Grenzen Berlins hinaus. Das nächste Tandem wird im September in Schwedt (Brandenburg) stattfinden und es wird nicht das letzte in Brandenburg sein.

Aktuelle Informationen stehen auf der Facebook-Seite des Projekts zur Verfügung. Weitere Informationen und Kontakt zu den Initiatoren findet man hier  und hier. Das Projekt erfolgt auf Initiative der Deutschen Filmakademie und auf besonderen Wunsch ihrer Präsidentin Iris Berben in Gemeinschaft mit dem Verein bilderbewegen e.V. Als Förderer unterstützen die Peter Ustinov Stiftung, das Medienboard Berlin-Brandenburg und die Bundeszentrale für politische Bildung das Projekt.