Ausbildung generale: Berufliche Orientierung neu denken

Orientierung? Nicht nur für Studierende! Foto: Georgie Pauwels/Flickr

Orientierung? Nicht nur für Studierende! Foto: Georgie Pauwels/Flickr

Studierende können sich durch das Studium generale ausprobieren und verhältnismäßig einfach die Fachrichtung wechseln. Dagegen muss in der beruflichen Bildung, durch die Kopplung an einen Betrieb, die Wahl für einen Beruf von der/dem angehenden Auszubildenden schon vor Beginn der Ausbildung getroffen werden. Hier besteht ein klarer Bedarf an einer Orientierungsphase für jene, die eine Berufsausbildung anstreben. Die Bildungsinitiative „Was bildet ihr uns ein? e.V.“ stellt mit diesem Papier die Idee einer Ausbildung generale vor. 

Zusammenfassung

Unkenntnis über die Möglichkeiten, fehlende Einblicke in die Berufswelt, Verhaftung in traditionellen Berufsbildern der Eltern und hoher Entscheidungsdruck am Ende der Schulzeit verhindern, dass junge Menschen nachhaltige Entscheidungen über ihren eigenen Berufsweg treffen. Studierende können sich durch das Studium generale ausprobieren und verhältnismäßig einfach die Fachrichtung wechseln, bevor sie sich final für ein Fach entscheiden. Dagegen muss in der beruflichen Bildung, durch die Kopplung an einen Betrieb, die Wahl für einen Beruf von der/dem angehenden Auszubildenden schon vor Beginn der Ausbildung getroffen werden. Hier besteht ein klarer Bedarf an einer Orientierungsphase für jene, die eine Berufsausbildung anstreben. Die Bildungsinitiative „Was bildet ihr uns ein? e.V.“ stellt mit diesem Papier die Idee einer Ausbildung generale vor. Sie soll jungen Menschen, insbesondere jenen, die kein Abitur ablegen, die Möglichkeit eröffnen, verschiedene Ausbildungsberufe auszuprobieren, bevor die Entscheidung für den zukünftigen Berufsweg getroffen wird. Dafür sollen innerhalb eines Jahres praktische Phasen, zum Ausprobieren verschiedener Berufe, begleitender Berufsschulunterricht und Freidenkerphasen ermöglicht werden. Parallel sollen die jungen Menschen durch ein enges, persönliches Beratungsangebot unterstützt werden.

Die Ausbildung generale würde den jungen Menschen Orientierungswissen vermitteln, das ihnen in der heutigen Arbeitswelt langfristig von Nutzen sein kann. Fundierte Entscheidungsfindung vor Beginn der Ausbildung kann darüber hinaus helfen Ausbildungsabbrüche zu reduzieren und eine langfristige Bindung an den gewählten Beruf zu erreichen. Dies macht eine Beteiligung von Ausbildungsbetrieben an der Gestaltung der Ausbildung generale attraktiv. Gleichzeitig bietet sich für sie die Gelegenheit zukünftige Auszubildende kennenzulernen.

Dieses Papier entwickelt ein erstes Konzept einer Ausbildung generale und möchte die Akteure im Bereich der beruflichen Bildung, Gewerkschaften und die Politik auffordern, die hier vorgestellte Idee weiterzuentwickeln und umzusetzen.

Weiterlesen? –> Hier findet ihr das gesamte Positionspapier.

 

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