Zukunftswerkstatt Schule – eine erste Zwischenbilanz

Junge Pressestimmen über den Jungen Bildungskongress 2014

Für den Jungen Bildungskongress 2014 wurde eine Junge Pressegruppe eingerichtet, die medieninteressierten jungen Menschen die Gelegenheit gab, die Themen des Kongresses journalistisch zu bearbeiten.

In der Zukunftswerkstatt Schule war mächtig etwas los. Foto: WBIUE/Junge Pressegruppe

Wie kann man Schule verändern? Beim Jungen Bildungskongress 2014 wurde in einer Zukunftswerkstatt darüber diskutiert. Die Probleme sind bekannt, aber die Teilnehmenden kamen zu teilweise innovativen Lösungsvorschlägen. Unsere Berichterstatterin Clara Woopen mit einem ersten Zwischenbericht.

(Berlin) „Die Bildungsrevolution ist ausgeblieben – deswegen gibt es unsere Initiative“. So eröffnete Rainald Manthe von der Initiative Was bildet ihr uns ein? am vergangenen Samstag den ersten Jungen Bildungskongress seiner Art. Etwa 100 „Bildungsexpert_innen“ kamen zusammen, um auf Augenhöhe in drei unterschiedlichen, sogenannten „Zukunftswerkstätten“ Utopien und realisierbare Forderungen an ein neues Bildungssystem zu erarbeiten. „Bildungsexpert_innen“, das waren hier Schüler_innen, Studierende mit und ohne Lehramtsoption, Eltern, Rentner_innen, Vertreter_innen von Bildungsinitiativen, aber auch Politiker_innen.

Einhundert Bildungsexpert_innen diskutierten auf Augenhöhe

So unterschiedlich die Herzensangelegenheiten der Teilnehmenden in der Zukunftswerkstatt „Schule“ waren – in einem waren sie sich einig: Die Probleme sind definiert, jetzt müssen die Lösungen erarbeitet werden. Diese positive Grundeinstellung ermunterte, stillgelegte Diskussionen wieder anzusprechen und vermeintliche Evidenzen zu hinterfragen. Was bedeuten Wissen, Bildung, Intelligenz? Wie sollten Bewertungen aussehen? Was können Lernende von Lehrenden erwarten, was ihre Eltern und was anders herum? Ohne lange Grundsatzdiskussionen auszufechten, gingen die Gruppen schnell zu konkreten Forderungen über: Schulen sollten sich untereinander mehr über Projekte und ihre Innovationen austauschen, wurde gewünscht. Der öffentliche Raum solle mehr in den Stundenplan integriert werden. Dabei könne man sowohl externe Expert_innen in die Schule einladen, als auch den Unterricht in Räume außerhalb des Schulbetriebs verlagern. Das Studium solle zukünftige Lehrende auch für verschiedene pädagogische Konzepte wie Inklusion sensibilisieren. Zudem sollten Schulen ohnehin mehr Wert auf Individualität und Vielfalt legen.

clara_woopen[box style=“grey info rounded“ ]Clara Woopen (geb. 1994) studiert Geschichte und Kulturwissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin. In ihrem Erasmus-Semester in Paris begegnete sie einem Bildungssystem, das besonders hierarchisch aufgebaut und auf die Vermittlung von vermeintlichen Fakten ausgerichtet ist. Ihre Schwierigkeiten in diesem System sensibilisierten sie für verschiedene Konzepte von Bildung. Clara unterstützte den Jungen Bildungskongress 2014 durch ihre Pressearbeit. [/box]

Bemerkenswert rücksichtsvoll diskutierten die Teilnehmenden über Lösungen für Schulprobleme

Bemerkenswert rücksichtsvoll war die Art und Weise der Teilnehmenden einander zuzuhören und gemeinsam zu diskutieren – mit großem Interesse an der Sache, hochmotiviert und tatsächlich auf Augenhöhe. So konnte sich in einem lockeren Rahmen, mit Stuhlkreisen und Gruppenarbeiten, eine ebenso angenehme wie produktive Arbeitsatmosphäre entfalten, die die Anwesenden aus einem Klassenzimmer so kaum (mehr) kannten.

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