Die Wahl der unter 18-Jährigen

Während die Mehrheit der Deutschen am Sonntag den Bundestag wählt, haben viele Kinder und Jugendliche das bereits getan: bei der Bundestagswahl für unter 18-Jährige. Für die richtige Wahl werden diese Stimmen nicht gezählt und doch wollen die Initiatoren, Mitarbeiter des Deutschen Kinderhilfswerk, der jungen Generation damit eine Stimme geben. Ein Bericht von Bettina Malter.

 

Wer nicht hören will, kann lesen:

In wenigen Tagen wählen die Deutschen den Bundestag. Viele Kinder und Jugendliche haben bereits vergangenen Freitag ihre Stimme abgegeben, bei der Bundestagswahl für unter 18-Jährige, kurz U18-Wahl. Für die richtige Bundestagswahl werden diese Stimmen nicht gezählt. Denn erst ab 18 Jahren ist es erlaubt, ein Kreuz zu machen. Deswegen hat das Deutsche Kinderhilfswerk die U18-Wahl ins Leben gerufen. Sie will damit der jungen Generation eine Stimme geben. Denn diese fehle ihnen oft. Ein Bericht von Bettina Malter

Für kurze Zeit steht ihre Meinung im Mittelpunkt. Etwa 200.000 Kinder und Jugendliche haben ihre Stimme für die U18-Wahl abgebeben und Angela Merkel mit 27 Prozent als Siegerin erkoren. Die Grünen sind mit 17 Prozent fast so stark wie die SPD und die Piraten kamen auf 12 Prozent. Die Parteien posten die Ergebnisse auf Facebook, tweeten sie auf Twitter. Schmücken wollen sie sich mit den Stimmen der jungen Generation, aber nur wenige Parteien setzen auf Themen, die die Jugend ansprechen. Das meint Dominik Bär vom Deutschen Kinderhilfswerk, der die U18 Wahl mitorganisiert hat.

Wir merken immer wieder, dass die Politiker und Politikerinnen im Bundestag, die für Familienthemen, Kinderthemen, Jugendthemen zuständig sind, eher die Neueinsteiger sind. Sobald andere Posten frei werden, rücken sie in die sogenannten wichtigen Politikfelder auf. Da merkt man, dass dieser Bereich keinen hohen Stellenwert hat.

Für Dominik Bär wird die Familienpolitik vernachlässigt. Ausnahme seien Themen, bei denen es um die Eltern geht, wie das Elterngeld zum Beispiel. Aber  die, seien eben Wähler.  Und das junge Menschen, das nicht sind, darin liegt für Domink Bär das Problem.

Die Politik kümmert sich recht wenig um Kinder und Jugendliche, weil sie keinen potenziellen Wähler sind. Im Moment ist es so, dass unter 18-Jährige als Anhängsel der Familien wahrgenommen werden.

Und wer Anhängsel ist, der muss im Wahlkampf nicht gewonnen werden. Und das soll die U18 Wahl ändern. Sie will eine Plattform sein, auf der Politiker gezwungen sind, sich mit den Wünschen der unter 18-Jährigen auseinanderzusetzen. Denn politisches Interesse ist vorhanden, so Dominik Bär.

Wir haben Anfang des Jahres eine Umfrage unter Kindern und Jugendlichen durchgeführt und festgestellt, dass das politische Interesse bis 14 Jahren relativ hoch ist. Ab 14 Jahren macht es plötzlich einen Knick. Da geht das politische Interesse zurück, weil sie da die Bildung haben, sich dann aber nicht gehört fühlen. Durch diese Enttäuschung, geht das Interesse an der Parteipolitik zurück.

Um das Interesse am Leben zu halten, fordert das Kinderhilfswerk das Wahlalter zunächst auf 16 Jahre zu senken, dann auf 14. Und das auf kommunaler und landespolitischer Ebene und für die Bundestagswahl. Denn nur wer wählen darf, kann mitbestimmen.

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